Es ist ein Unterschied...

...ob man eine Katastrophe aus sicherer Entfernung beobachtet, oder ob man sie selbst mit durchlebt. Wir als Eltern, Schwestern, Brüder, Großeltern, Ehepartner, Freunde usw. von drogenkranken Menschen erleben das Leid, die Krankheiten, die Fehler und die Diskriminierung und Verfolgung unserer abhängigen Angehörigen jeden Tag selbst. Für uns ist es absolut unverständlich, warum seitens der Politik, Verwaltung, Justiz, Ärzteschaft etc. noch immer diskutiert und nicht konsequent geholfen wird. Denn eines ist ganz offensichtlich: Die rein restriktive Drogenpolitik der vergangenen Jahrzehnte ist zweifelsfrei gescheitert, bisherige Therapie-Ansätze haben nur einen sehr geringen Erfolg. Dafür gibt es täglich neue Drogen auf dem Markt, das Geschäft mit der illegalen Sucht gedeiht im Schutz der Illusion, mit Verboten ließe sich der Verbrauch verhindern. Die Kartelle freuen sich, weil die Politik aus der amerikanischen Prohibition nichts gelernt hat, und sie werden immer mächtiger. Die Tatsache, daß die Substitution mit Originalstoffen in mehreren europäischen Ländern vielen Drogenkranken zurück in ein geregeltes Leben geholfen hat, wird mit sprachlichem Geschick ins Gegenteil verkehrt. Das kostet nicht nur uns alle viel Geld für mehr Polizei, Gerichtsverfahren, Versicherungen, Krankenkassen usw., es kostet vor allem das Leben der Menschen, die uns lieb sind - auch wenn sie Fehler machen.

Abhängig von Dogmen, Arroganz, Inkompetenz, Sturheit
Warum das Leiden und Sterben drogenkranker Menschen nicht nötig ist.
Und warum wir alle dafür bezahlen.

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